Top 5 der aktuellen Supercomputer

Supercomputer

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Die aktuelle Liste der Top-500 Leistungsfähigsten Supercomputer beginnt mit mehreren Überraschungen. Der schnellste Rechner steht zum ersten mal seit 2004 wieder in Japan.

Platz 1:

Der K-Computer am RIKEN Advanced Institute for Computational Science (AICS) in Kobe, ist in der Lage 8,16 Petaflops pro Sekunde auszuführen, das sind 8160 Millionen mal eine Million Berechnungen pro Sekunde. Da K im Namen des Rechners bezieht sich auf eine japanischen Präfix, der eine Zahl mit 16 Nullen bezeichnet.
Die zweite Überraschung ist, der K-Computer arbeitet entgegen dem aktuellen Trend nicht mit CISC-CPUs und Nvidia-Grafikprozessoren (GPU), sondern bringt die RISC-CPUs der von Sun-Microsystems entworfenen SPARC-Familie wieder in die Top-10 der Liste.

Keine Überraschung ist dagegen das Betriebsystem. Linux läuft inzwischen auf über 90% der Systeme in der Top-500-Liste, die bei ihrem ersten Erscheinen 1993 Unix-Systemen vorbehalten war. Windows spielt traditionell in dieser Klasse von Hochleistungs-Rechnersystemen keine Rolle.
Der Stromverbrauch des K-Computers ist ebenfalls bemerkenswert. Mit 9,898 MW verbraucht der Superrechner fast den gesamten Strom, den die beiden größten französischen Atomkraftwerke, Paluel und Cattenom, zusammen produzieren.

Platz 2:

An zweiter Stelle der Top-500 steht der chinesische Tianhe-1A vom National Supercomputing Center in Tianjin, der ein halbes Jahr zuvor den amerikanischen Jaguar von Platz 1 verdrängt hatte. Der Tianhe-1A ist eins der Systeme, die mit Nvidia-GPUs arbeiten und hat fast 230 Terabyte Hauptspeicher.

Platz 3:

Den dritten Platz belegt der erwähnte Jaguar vom Oak Ridge National Laboratory, das dem amerikanischen Department of Energy, etwa vergleichbar dem deutschen Umweltministerium, unterstellt ist. Der Hersteller des Jaguar ist die, in den Top-500 geradezu legendäre Firma Cray. Allerdings arbeiten in diesen Rechnern heute auch normale 64Bit x86-CPUs. Obwohl der Jaguar mit 1,76 Petaflops pro Sekunde nur etwas mehr als ein Fünftel der Rechenleistung des K-Computers hat, verbraucht er mit 6,8 MW mehr als die Hälfte des Stroms.

Platz 4:

Platz vier geht wieder nach China an den Nebulae vom National Supercomputing Centre in Shenzhen (NSCS). Auch hier sorgen Grafikprozessoren für die hohe Rechneleistung von 1,27 Petaflops pro Sekunde bei vergleichsweise niedrigem Stromverbrauch von 2,58 MW.

Platz 5:

Den fünften Platz belegt wieder ein japanisches System, der Tsubame 2.0 vom GSIC Center des Tokyo Institute of Technology. Die Rechenleistung des Tsubame liegt mit 1,19 immer noch im Bereich der Petaflops pro Sekunde, wie das zum ersten mal in der Geschichte der Top-500 bei allen 10 der schnellsten Rechner der Welt der Fall ist. Auch beim Tsubame sind GPUs im Einsatz.